Pressestimmen




Eine Lilie unter den Disteln

Badische Zeitung, 17.05.2017

Unter der Leitung von Bernhard Gärtner

„Anderthalb Stunden, hochkonzentriert und prall gefüllt. 18 Werke von 15 Komponisten. Das Canticum Canticorum, das Lied der Lieder… Die jeweils acht Sängerinnen und Sänger des Freiburger Anton-Webern-Chors unter Bernhard Gärtner zelebrieren ein Hochamt des Kollektivgesangs mit Solo-Momenten. Anders mag’s gehen, besser nicht.
Was in der Christuskirche auf Anhieb gefangen nimmt, ist die Reinheit dieses Singens, auch die Unangestrengtheit, die Unaffektiertheit. Was sofort auffällt, ist der kantable Fluss, der sich auch in den weniger übersichtlichen Passagen nicht verliert und nie auf äußerliche Wirkungen aus ist. Exponierte Ausrufezeichen der Musik sind wie selbstverständlich in den vokalen Verlauf eingebunden. Wo der Tonfall der Werke bei Edvard Grieg etwa an norwegische, bei Vytautas Miškinis an baltische Volksmusik andockt, weisen Gärtner und seine Sänger(innen) zeigefingerfrei darauf hin. Und auch die formale Erscheinung der Werke zwischen Renaissance und – zurückhaltender – Moderne ist kongenial erfasst… Es ist insgesamt ein Singen, das das vokale Feinheitsgebot beherzigt, und auch eines, das, wo nötig, beinahe schon überraschend großes Volumen aufbringt. Ob bei Heinrich Schütz, Leonhard Lechner oder Johann Herrmann Schein – was wir hören, pendelt sich zwischen dynamischem Verschweben und herzhaft angegangenen größeren Klangkurven ein. Wunderbar, wie da Tongirlanden ausschwingen, wie da harmonische Reibungen bewusst ausgekostet werden…“





Ungeheuer beweglich

Badische Zeitung 27.09.2016

Unter der Leitung von Bernhard Gärtner

„…Denn obgleich Gärtner bereits interimsmäßig als Chef agierte: Das erste Konzertprogramm als designierter Nachfolger generiert eine andere Erwartungshaltung. Dieses liest sich nicht grundlos wie das originäre Selbstverständnis des Ensembles: zeitlich und stilistisch wie selbstverständlich zwischen Psalm-Motetten aus "Fontana d’Israel" (besser bekannt als "Israelsbrünnlein") des frühbarocken Thomaskantors Johann Hermann Schein und zwei Werken aus der Trilogie op. 50 Arnold Schönbergs changierend… Immer ist es jene ungeheure Flexibilität in der Interpretationskultur des Anton-Webern-Chors, die fasziniert: Gerade noch im Strom polyphoner Sturzbäche mäandernd, die sich wellenförmig, aber ohne Reibungsverlust zu einer energisch-expressiven Architektur zusammenfügen (in Perfektion bei Scheins "Wende dich, Herr, und sei mir gnädig" oder "Die mit Tränen säen"), fängt das Ensemble ohne Umgewöhnungszeit in Schönbergs "Dreimal tausend Jahre" op. 50a passgenau eine in dissonanter Unendlichkeit gefangene Starrheit ein.





Erstaunliche Flexibilität

Badische Zeitung Freiburg 08.09.2015

Unter der Leitung von Bernhard Gärtner

„…Unter der präzisen Leitung von Bernhard Gärtner…gelingt dem Chor der Wechsel zwischen den verschiedenen Stilen mühelos. Die Zuhörer erleben ein anspruchsvolles marianisches Programm, das auf höchstem Niveau dargeboten wird… Die Solistenpartien sind, wie beim Anton-Webern-Chor üblich, aus den eigenen Reihen besetzt… Im Anschluss an das Stück von Dufay erklingt Arvo Pärts "Magnificat" – ein gewaltiger Sprung um fünf Jahrhunderte, bei dem nicht zuletzt die Ähnlichkeiten zwischen den Komponisten deutlich werden. Auch bei Pärt sind es die harmonischen Reibungen, die flirrenden und vom Chor exakt intonierten Sekundschritte, die eine faszinierende Wirkung entfalten. Bemerkenswert auch, wie flexibel Chor und Organist dabei den Kirchenraum nutzen und sich auf die Akustik des Ortes einlassen…Es ist nicht zuletzt diese erstaunliche Flexibilität, die das große musikalische Potenzial des Chores ausmacht.“





Stuttgarter Nachrichten

Unter der Leitung von Hans Michael Beuerle

Den "Cinq Rechants" hatte Beuerle mit seinem vor keiner technischen Herausforderung zurückschreckenden Ensemble eine Darstellung angedeihen lassen, die deren Kontraste vollflächig, aber in sich feinsinnig modelliert ausleuchtete. Weder fehlte es da angesichts der herben Wechsel der Ausdrucksrichtung an Attacke noch an seelenvoller Klanglichkeit.





Frankfurter Allgemeine Zeitung

Unter der Leitung von Hans Michael Beuerle

Die Wiedergabe der dreizehn hochpolyphonen Chorsätze und Vokalconcerti in den vielfältigsten Besetzungen war beispielhaft. Aus konzentrierter geistiger Durchdringung entsprang für die Zuhörer und offensichtlich auch für die Mitwirkenden sinnliches Vergnügen.





Nürnberger Zeitung

Unter der Leitung von Hans Michael Beuerle

Eine solche Einheit von Text und Musik, von gestischer und gesanglicher Gestaltung, von musikalischer Zucht und Freiheit ist selten zu erleben. Was für eine Wortmalerei, welche Skala der Empfindungen, was für ein Gespür für Leidenschaft und Leiden, für Heiterkeit und Schwermut, für Liebe und Tod! Ein gewichtiger Beitrag zum Ligeti - Festival